Geschichte Visurgiae
Als nach dem Krieg die Visurgia sich wieder zu einem Neuanfang zusammengefunden hatte, stellte sich bald die Frage nach einer Bleibe. Mit Stehkonventen in der Hochschule und gelegentlichen Treffen irgendwo war kein Vereinsleben aufzubauen. Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie sehr Hannover nach dem Krieg zerstört war. Auch die Altherrenschaft konstituierte sich wieder und beriet, wie es mit der Visurgia weitergehen könnte. Alle waren vom Krieg mehr oder weniger gebeutelt und mussten wieder klein anfangen.
Etwa um 1960 kam es zur Gründung des Hausbauvereins. Zum Vorsitzenden wurde AH August Winterman gewählt. Wir versuchten zunächst, uns klar zu werden, was wir eigentlich wollten und wie wir vorgehen sollten. Sollten wir kaufen, sollten wir mieten oder sollten wir ein Grundstück kaufen und darauf bauen? Eigentlich eine dumme Frage, weil es Häuser nach unserer Vorstellung in der gewünschten Lage kaum noch gab und weil wir bei einem etwaigen Angebot überhaut kein Geld gehabt hätten. Die Visurgia bestand doch nach dem Krieg erst wenige Jahre. Auch die Altherrenschaft hatte sich noch nicht wiederkomplett zusammengefunden. Wir mussten überall bei Null wieder anfangen. Hannover hatte damals noch erhebliche Kriegsschäden zu beseitigen. Häuser, Hausruinen und Grundstücke waren äußerst knapp. Es war daher ein schwieriges Unterfagen und wir benötigten viel Zeit und einen langen Atem. Innerhalb der Altherrenschaft wurde viel diskutiert und überlegt, doch die Mehrheit entschied sich weiterzumachen und neuen Mut zu beweisen. Sie beschloss einen Jahresbeitrag für den Hausbauverein, der sich auf ca. 120 Mark pro Kopf und Jahr belief,einzuführen. Die Bemühungen zogen sich über Jahre hin, bis ein Anruf zum rettenden Engel wurde. In der Zeitung wurde ein Reihenendhaus in der Dammanstrasse zum Kauf angeboten. Der Preis sollte sich auf 200.000 DM belaufen. Wir kauften das Haus!!
Nun ist unser Haus schon 25 Jahre in Benutzung. Es ist kein Haus im Stile ehemaliger Verbindungshäuser. Das sollte es auch gar nicht sein. Etwas geräumiger hätten wir es manchmal ganz gern, aber so ist nun mal das Leben. Vor 25 Jahren waren wir froh und glücklich- und sind es heute noch. Seither erfüllt unser Haus genau seinen Zweck: Es ist Mittelpunkt füralle Visurgen und Heimat.. Dafür ist die Nähe zur Tiho besonders wertvoll. Wir alten Visurgen freuen uns, dass es uns trotz immensen Schwierigleiten in den Nachkriegsjahren gelungen ist, das Haus zu kaufen, damit unsere jungen Bundesbrüder es stets mit dem Geist Visurgiae erfüllen werden.
Aus den Erinnerungen des AH Wilhelm Surmann 1993
Auf' m Haus


